Gedanken zum Monat Mai 2012

Dankbarkeit

Wenn man sich fragt, was für uns als Christen eigentlich die wirklich wesentlichen Eigenschaften oder Herzenshaltungen sind, dann gibt es viele dieser „großen“ Themen in der Bibel. Glaube, Liebe und Hoffnung zum Beispiel (die großen Drei sozusagen). Doch auch Freude, Demut, Ehrlichkeit oder Weisheit sind ganz bestimmt nicht zu verachten. Aber nehmen wir mal an, wir wären solche „Glückspilze“ wie z.B. Salomo einer war und Gott käme heute Nacht zu uns und würde uns sagen wir hätten einen Wunsch für drei Eigenschaften, für den Rest unseres Lebens, frei. Was würden wir uns wünschen?

Was steht auf unserer Prioritätenliste ganz oben?

Die meisten Menschen brauchen ziemlich lange im Leben, um herauszufinden, welchen Stellenwert die Dankbarkeit in unserem Leben haben sollte.

Und auch ich muss ehrlich sagen, dass ich mir noch nicht allzu häufig Gedanken darüber gemacht habe. Wie sehr Gott die Dankbarkeit aber in den Mittelpunkt rückt, wird an vielen Stellen im neuen Testament deutlich.

Im Römerbrief beschreibt Paulus das Kernproblem der Menschheit. Wir kennen seine Aussagen. Alle haben gesündigt, alle haben nicht den Stand, den sie vor Gott haben sollten, denn – und jetzt kommt das Erstaunliche: „obwohl sie von Gott wussten, haben sie ihn weder gepriesen noch ihm gedankt“ (Römer 1,21)!

Hier wird Undankbarkeit als ein Urproblem der Trennung von Gott dargestellt. Es geht nicht so sehr darum ob wir „gut leben“, sondern vielmehr darum, dass wir Gott im Leben dankbar sind. So ist es wohl möglich, dass zwei Menschen ein fast identisches Leben führen. Sie tun die gleichen Dinge, essen und trinken dasselbe und bemühen sich um ein Leben in Aufrichtigkeit. Aber trotzdem lebt der eine in Sünde und der andere nicht!

Warum? Weil der eine Mensch durch Dankbarkeit anerkennt, wer der Geber aller Dinge in seinem Leben ist (und vor allem, wer ihm das ewige Leben schenken will). Der andere sündigt, weil er durch Undankbarkeit Gott nicht den Ruhm und den richtigen Stellenwert in seinem Leben gibt. Sein Leben ist trotz vieler guter Dinge kein Fingerzeig auf Gott.

Und so kann man (bei fast allem) sagen: Der Dank heiligt die Mittel!
"Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut, und nichts ist verwerflich, was mit Danksagung empfangen wird."  (1. Timotheus 4,4)

Jonas Vetter, pastoraler Mitarbeiter

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