Gedanken zum Monat Dezember 2012

Dieses Jahr fand am 31. März die sechste alljährliche „Earth Hour“ statt. Angefangen hat es damit, dass bedeutende Sehens­wür­digkeiten (z.B. die Christusstatue in Rio oder das das Brandenburger Tor in Berlin) für eine Stunde die Beleuchtung ausstellten, um einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen der Erde zu signalisie­ren. Mittlerweile machen nicht nur Betreiber und Eigentümer von Sehenswürdigkeiten und öffentlichen Gebäuden, sondern auch Privathaushalte mit (dieses Jahr ca. 16.000 in Deutschland).

Der schonende Umgang mit unseren Res­sourcen rückt immer mehr in den Fokus. Warum bloß? Die Antwort ist vielschichtig, aber ein Punkt ist mit Sicherheit, dass die Ressour­cen dieser Welt uns nicht endlos und nach völligem Belieben zur Verfügung stehen. Sie werden knapp. Gegen diesen Trend wird zu Weihnachten wieder ziemlich viel Licht und somit Strom verprasst werden. Das einstige „Fest der Lichter“ wird schon hier und da zynisch „das Fest des Stromverbrauchs“ genannt. Da stellt sich vielleicht die Frage: Können wir da was dagegen tun? Vielleicht in der Hinsicht, dass Kerzen ohnehin schöner als Lichterketten sind. Bei mir in der Familie waren die Kerzen mit richtigem Feuer jedes Jahr eine Pflicht auf dem Baum, was trotz sechs Kindern auch ohne „große“ Brand­schäden immer gut geklappt hat. Aber mal weg vom tatsächlichen Licht, hin zum „wahren Licht der Welt“: Darauf können und wollen wir garantiert nicht verzichten. Erstens weil wir gerade in den Adventswo­chen feiern, dass Gottes Licht durch Jesus zu uns Menschen gekommen ist. Und zweitens sollen wir ja auch selbst Licht sein und unsere Ressourcen, bzw. unsere Energiequellen, werden alles andere als knapp. Die Zeiten sind üppig wie eh und je. Das Motto für den Dezember lautet:

Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir (Jesaja 60,1).

Wo in der Welt der Trend in Richtung „Licht aus“ geht, muss es bei uns gerade, aber nicht nur in dieser Jahreszeit, „Licht an“ heißen. Denn was die Welt sich nur wünschen kann, ist bei uns als Nachfolger Jesu Realität: Unendlich viel Energie für die nötige Leuchtkraft, die wir brauchen, die nur darauf wartet, benutzt und „ver­schwendet“ zu werden. Leider haben viele von uns gerade einmal das Standlicht an oder befinden sich im Energiesparmodus.

Nutzen wir doch am besten die Adventszeit um das zu ändern. In diesem Sinne: Leuchten und entzünden!

Jonas Vetter, pastoraler Mitarbeiter