Gedanken zum Monat Mai 2013

Eine Herzensangelegenheit

Eine Herzensangelegenheit ist etwas, "was für jemanden ganz persönlich von großer Wichtigkeit ist“ – sagt zumindest der Duden. Doch ich denke diese Definition ist ein wenig zu kurz gegriffen.

Wenn mir etwas wichtig wird, bedeutet dies noch lange nicht, dass es auch in meinem Herzen wohnt. Eine wirkliche Herzensangelegenheit ist Teil von mir. Ich kann nicht anders, als diesem Thema nachzugehen, denn täte ich es nicht, würde ich gegen mein Innerstes arbeiten. Ich würde meine Identität verleugnen!

Die Losung dieses Monats widmet sich einem solchen Herzensanliegen Gottes:

"Öffne deinen Mund für den Stummen, für das Recht aller Schwachen! Öffne deinen Mund, richte gerecht, verschaff dem Be-dürftigen und Armen Recht!" (Sprüche 31, 8.9)

Zu allen Zeiten hat Gott sich für die Armen, Schwachen und Bedürftigen eingesetzt. Es liegt in seiner Natur und er fühlt sich am meisten zu denen hingezogen, die es scheinbar am ehesten nötig haben. Nicht nur geistlich, sondern auch materiell, physisch und geistig.

Er hat ein besonderes Auge auf sie (Psalm 9,10) und daher lebt jeder, der sein Auge vor ihnen verschließt nicht nach Gottes Willen – so viel steht fest. Doch noch viel mehr: Nicht nur dass Gott Segen und Fluch an unser Engagement für die Armen und Schwachen bindet (Sprüche 28,27), er macht von unserer Fürsorge sogar abhängig, ob ihn unsere Gebete erreichen oder nicht (Jesaja 58). Und schließlich wird es bei der Vergabe unseres ewigen Heils unter anderem um diese Frage gehen: Habt ihr euch für die Armen, Schwachen, Gefangenen und Benachteiligten eingesetzt, oder nicht (Matthäus 25, 31ff.)?

Nein, es wäre falsch zu sagen, dass diese Menschen Gott nur wichtig sind. Er hat ihre Situation zweifellos zur absoluten Chefsache erklärt. Die weltweite Armut ist Gottes Herzensanliegen.

Für wen oder was schlägt unser Herz? So sehr wir es genießen dürfen, in einem materiell privilegierten Teil dieser Welt zu leben, es bedeutet mindestens genauso viel Verantwortung. Teilen wir unsere Ressourcen gezielt mit denen, die weniger haben als wir?

Und die, die weniger haben als wir, sind leider VIELE. Doch die Tatsache, dass wir als Einzelpersonen nicht die ganze Welt retten können, rechtfertigt nicht, dass wir gar nichts oder nur wenig tun!

Wenn du nur ein Bett zum Schlafen hast, einen Kühlschrank für dein Essen und ein Dach über deinem Kopf, bist du schon reicher als 75% der Menschen dieser Erde. Jährlich sterben mehr als 6 Millionen Kin-der an Unterernährung. Fast 923 Millionen Menschen gelten weltweit als unterernährt. Weit über 1 Millionen Kinder werden jedes Jahr Opfer von Menschenhandel, oft im Zusammenhang mit Zwangsprostitution.

Die Liste solch schockierender Zahlen, hinter denen sich Menschen wie du und ich verbergen, ließe sich endlos weiterführen.

Fakt ist: Gott kann diese Tatsachen nicht übersehen. Können wir?

Jonas Vetter

Aktuelles aus unserem Verband: