Gedanken zum Monat Dezember 2013

Dezember – der Monat der Illusionen.
Es wird uns vorgegaukelt, was wir alles brauchen könnten, damit wir unsere Wunschzettel auch entsprechend füllen können. 

Es wird uns vorgegaukelt, dass Glück und Zufriedenheit nur im perfekt dekorierten Wohnzimmer und perfektem Weihnachtsmenü zu finden sind. 

Es wird uns vorgegaukelt, dass Weihnachten, das Fest des Friedens, das Fest der Familie ist.
Es wird uns vorgegaukelt, dass das Weihnachtsgeschehen im Stall ganz romantisch war.

Idylle, Illusion und Illumination haben im Dezember Hochkonjunktur. Harmonisch, perfekt und hell erleuchtet wollen wir es haben. So wünschen wir es uns. Darauf richtet sich unsere ganze Energie.

Umso größer ist die Enttäuschung nach den Feiertagen.

Die Beschenkten sind unzufrieden mit den Geschenken. Der Tauschrausch beginnt. Streit, Neid und Missgunst bahnen sich im Kerzenschein ihren Weg.
Juristen belegen, die Zahl der Scheidungen nimmt nach den Feiertagen drastisch zu. Weihnachten ist nicht das Fest des Glücks und der Zufriedenheit. 

Wir feiern Weihnachten nicht, weil die Menschen so glücklich sind.

Nein – wir feiern Weihnachten, weil es unser Vater im Himmel nicht mehr aushalten konnte, wie seine Kinder im Dunkeln leben. Gott hat es nicht mehr ertragen können, wie die Menschen versuchen, ohne ihn klar zu kommen. Er konnte es nicht mehr aushalten, wie sie an dem wirklichen und erfüllten Leben, was er ihnen geben möchte, vorübergehen.

Deshalb ist er Mensch geworden. Deshalb ist er arm und hilflos in einem Stall zur Welt gekommen. Deshalb ist er den Weg eines Menschen gegangen, um den Menschen den Weg zurück zu Gott zu bereiten.

In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
Johannes 1,4

Gott selbst ist Mensch geworden, damit wir nicht mehr in der Dunkelheit sind, sondern damit wir das Licht des Lebens haben können.
Gott selbst ist Mensch geworden, damit wir erleben dürfen, wie sehr uns liebt.

Gott ist Mensch geworden – als Kind armer und unterdrückter Eltern – das war nicht idyllisch.
Gott ist das Licht – und nicht nur weihnachtliche Illumination.
Er ist real, erfahrbar – keine Illusion.

Käthe Müller, Pastoralreferentin