Gedanken im Juli 2014


Stellen wir uns vor, unser lang gehegter Traum einer Schiffsreise ist wahr geworden. Wir sind nun an Bord des Ozeanriesen angekommen, haben unsere Kabine bezogen und gehen an Deck. Das Wasser ist tiefblau und erscheint unendlich weit. Der Himmel erstreckt sich über uns. Die salzige Meeresbrise weht uns ins Gesicht.

Wunderschön! Wir lassen uns hineinfallen in das sanfte Schaukeln der Wellen. Das Glück ist vollkommen!

Doch es dauert nicht lange, da frischt der Wind auf, die Wellen werden höher. Ein Sturm zieht auf. Das Schiff fängt an zu schwanken. Wir halten uns an der Reling fest, um nicht auszurutschen. Unter Deck angekommen ist das Auf und Ab der Wellen kaum auszuhalten. Die ganze Umgebung kommt ins Rutschen. Panik macht sich breit. Was sollen wir tun?  Ist unser Leben in Gefahr? Kommt uns jemand zu Hilfe?

Unser Leben lässt sich mit einer großen Schifffahrt vergleichen. Auf dieser „Lebensfahrt“ gibt es ruhige, wunderschöne Momente des Glücks. Doch auch stürmische, Angst einflößende Zeiten gehören dazu. Was tun, wenn alles ins Rutschen gerät? Was tun, wenn ich nicht weiß, wie es weitergehen soll?


Der Psalmist Asaph wendet sich in seiner Not an Gott:

Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an. (Psalm 73,23.24)

Auch wenn das Leben scheinbar aus den Fugen gerät.
Auch wenn das Leben sinnlos erscheint.
Auch wenn es den Menschen um uns herum so viel besser geht als mir, der sich an Gott festhält.
Ich bleibe an Gott.
Denn er hält mich fest. Er führt mich ans Ziel.

Zurück zu unserer Schiffsreise. Selbst wenn das Schiff knarrend schwankt, selbst wenn die Wellen mit großem Getöse gegen die Schiffswand schlagen. Selbst wenn alles durcheinander gerät.

In dieser Situation von Bord zu springen wäre lebensmüde.

Auch wenn das Schiff schaukelt und knarrt, es ist in dem Moment der sicherste Ort, an dem ich sein kann. Meine eigene Kraft würde nie und nimmer ausreichen, um in stürmischer See zu überleben.

So ist es auch in meinem und Ihrem Leben.

Gott ist mein Halt. Er umgibt mich. Er gibt mir Sicherhit, auch in den stürmischsten Zeiten meines Lebens.

Das habe ich erlebt.

Das hat auch Asaph, der Psalmist, erlebt. Deshalb endet dieser Psalm 73 mit den Worten:

Gott nahe zu sein ist mein Glück. (Psalm 73,28)

Diese Geborgenheit, dieses Glück wünsche ich uns von ganzem Herzen.

Käthe Müller, Pastoralreferentin