Gedanken im Dezember 2014

Die Wüste und Einöde wird frohlocken, und die Steppe wird jubeln und wird blühen wie die Lilien. Jes. 35,1


Wer glaubt noch an Wunder?

Vor einigen Jahren hatte ich in einer Weihnachtspredigt salopp erklärt, „das mit dem Weihnachtsmann sei ja wirklich Quatsch.“ Nach der Predigt stellten mich empörte Eltern zur Rede. Ich hatte übersehen, dass sie ihre Kinder im Gottesdienst dabei hatten. „Jetzt hast du ihnen Weihnachten kaputt gemacht“, lautete der Vorwurf.

Ich weiß nicht mehr, was ich zur Antwort gab, aber ich dachte nur, wer braucht schon den Weihnachtsmann, um sich auf Weihnachten zu freuen? War Weihnachten, die Menschwerdung Gottes, nicht wundersam genug? Reicht uns die Erzählung von Maria, der jungfräulichen Mutter Jesu und der Bericht von den Engelboten und vom Stern, den die Weisen gesehen hatten und die vielen anderen Wunder nicht aus?

Natürlich will ich nicht engherzig sein und jeder Familie den Weihnachtsmann und das Christkind lassen.

Aber die Frage möchte ich stellen, ob wir noch an wirkliche Wunder glauben? Von solch einem Wunder spricht nämlich der Monatsvers für den Dezember 2014:

Die Wüste und Einöde wird frohlocken, und die Steppe wird jubeln und wird blühen wie die Lilien." Jesaja 35,1 

Beschrieben wird hier das segensreiche Wirken Gottes. Wenn er Menschen befreit, dann beginnt sogar die Wüste zu blühen. Das will sagen, dann werden harte Herzen weich, dann werden traurige Sinne fröhlich, dann werden aus unfruchtbaren Egoisten Menschen, deren Leben Gutes für andere übrig hat.

Ich glaube an Wunder und bete deshalb jedes Jahr in den Advents- und Weihnachtstagen, dass die vielen Chorkonzerte, die Adventsandachten, die Schulgottesdienste und zum Schluss die überfüllten Heiligabendgottesdienste die Herzen von Menschen verändern. Dass die wichtigste Botschaft der Welt die vielfach so trockenen und harten Herzen erreicht und Menschen in der Geschichte vom Kind in der Krippe die Liebe Gottes entdecken. Das kann passieren, ich glaube es. Deshalb stimme ich nicht in das viele Klagen über Weihnachtstrubel und –stress ein.

Ich genieße diese Zeit fröhlich und kindlich und bete für viele Wunder Gottes.

Christoph Müller