Gedanken im September 2015

„Bitte wenden Sie jetzt!“

Wenn wir dieser Aufforderung nicht nachkommen, mahnt die Stimme aus dem Navi erneut: „Bei der nächsten Gelegenheit bitte wenden!“ Kaum kommt diese Gelegenheit näher, hören wir: „In 500 Meter bitte wenden!“ So ein Navigationsgerät ist ganz schön hartnäckig.

Klar, denn es will uns ja unterstützen, an das gewählte Ziel zu kommen. Das ist die Bestimmung eines Navigationsgeräts. Immer wieder passiert es, dass wir dem Navi nicht glauben. Hier lang? Nein, das kann nicht sein? Es ist halt so, wir denken, wir wissen am besten, wo es lang geht, wie wir ans Ziel gelangen.

Nicht nur auf der Straße. Auch in unserem Leben, versuchen wir den Weg und das Ziel selbst zu finden. Und das ist gar nicht so einfach. Wie sollen wir in unserer multioptionalen Gesellschaft uns bloß zurechtfinden? Schon der Einkauf eines Joghurts ist angesichts der großen Auswahl eine Herausforderung unserer Entscheidungsfähigkeit. Viele Stimmen, sei es aus der Werbung oder aus dem neuesten Gesundheitscheck, schwirren durch unsere Gedanken und erschweren die Entscheidung. Denn, immer wieder wird uns vermittelt: „ Du bist für dein Glück verantwortlich. Glück, Gesundheit, gelingendes Leben, das ist machbar. Du musst nur die richtige Entscheidung treffen.“

Doch das Leben lehrt uns anderes.

Glück ist ein Geschenk. Gesundheit und gelingendes Leben sind Geschenke, die wir aus Gottes Hand nehmen dürfen. Er liebt uns und leitet uns. Wenn wir uns darauf einlassen, dann werden wir das Glück seiner Gegenwart erleben.

So sagt uns Gott in der Bibel in Matthäus 18,3:

"Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen." 

Er kennt unseren Weg, er kennt auch unser Ziel.  Und wenn wir in die verkehrte Richtung fahren. Wenn wir falsche Wege gehen, dann fordert er uns auf: Bitte wenden Sie jetzt!

Es bleibt uns überlassen, ihm, dem Vater im Himmel, wie ein Kind zu vertrauen, und an seiner Hand den Weg zu gehen und das Ziel zu erreichen. Oder ob wir denken: „Ich weiß am besten, wo es lang geht.“ Ich befürchte, dass unser Horizont und unser Orientierungssinn selbst für unser eigenes Leben nicht ausreichen.

Ich wünsche uns von Herzen, den Mut und die Einsicht, auf Gottes Stimme zu hören und ihm vertrauensvoll zu folgen.

Käthe Müller

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