Gedanken im Februar 2016

First Things First 

Ein oft zitierter Slogan. Kurz und trotzdem wahr!

Wie oft drängen sich scheinbar wichtige Dinge in den Vordergrund. Das Klingeln des Smartphones, der Laptop, der den Eingang einer neuen Mail anzeigt, die Fernsehserie, die man auf keinen Fall verpassen möchte.

Was ist wirklich wichtig? Was kann warten? Wie oft schieben wir die wirklich wichtigen Dinge zur Seite, weil sie uns quer im Magen liegen. Das klärende Gespräch? Ach, das hat doch noch Zeit. Ich muss zuerst noch dies oder das erledigen. Und dann schiebt man Dinge vor, die so gut und ach so wichtig klingen. Nur um das wirklich Wichtige, aber Unangenehme verschieben zu können. 

Diese Taktik ist nicht neu. Dieses Verschieben und Verdrängen, das gibt es wohl schon zu allen Zeiten in allen Kulturen. Auch Jesus muss seinen Jüngern den Blick für das wirklich Wichtige öffnen. Das lesen wir in der Monatslosung für Februar:

"Wenn ihr beten wollt und ihr habt einem anderen etwas vorzuwerfen, dann vergebt ihm, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen vergibt." Markus 11,25

Jesus, der Sohn Gottes; Jesus, der Rabbi sagt, dass Beten nicht die allererste Priorität hat? 

Das ist erstaunlich. Doch auch er sagt: First things first. Was kann denn wichtiger sein als Beten?

Doch Jesus sagt: vor dem Beten kommt die Vergebung.

Bevor du deine Anliegen vor Gott bringst, räume deine Beziehungen auf. Bevor du vor Gott treten kannst, mache dich auf den Weg zur Vergebung.

Es geht nicht nur darum, Uneinigkeiten aus dem Weg zu räumen. Es geht nicht nur darum, einen Streit zu beenden, um dann mit reinem Herzen vor Gott zu treten. Nein! Jesus geht noch viel weiter. Wenn dir jemand Unrecht getan hat. Wenn jemand an dir schuldig geworden ist. Dann geh du zuerst zu ihm und vergib ihm.

Es ist doch schon nicht einfach, jemandem zu vergeben, der sich entschuldigt. Aber von Entschuldigung lesen wir hier nichts. Nicht abwarten bis der andere zu dir kommt. Nein, gehe du zu ihm und vergib ihm! Das ist ganz schön harter Tobak!

Jesus kann das von uns fordern, weil uns so viel vergeben wurde. Wenn uns klar ist, dass wir nur aus dieser Vergebung leben, die Gott uns immer wieder schenkt, dann können wir uns auf den Weg machen, anderen zu vergeben.

Auch dann ist es nicht leicht. Auch dann kostet es Kraft. Und es fordert Mut und Entschlossenheit von uns.

Doch es lohnt sich: First things first!

Käthe Müller, Pastorin