Gedanken im August 2016

Eine Prise Salz und ein Topf voll Frieden

Wieder einmal gibt es Streit unter den Jüngern. Jeder von ihnen will der Wichtigste sein. Jeder will Bedeutung und Beachtung haben. Während Jesus sie darauf vorbereitet, dass er leiden und sterben wird, um die Welt zu erlösen, hören sie gar nicht hin. Sie verstehen nicht, was Jesus meint. Vielleicht möchten sie es auch gar nicht verstehen. Denn sie haben sich die Rettung der Welt auf ihre eigene Fahne geschrieben. Wir – Jesus und wir Jünger – wir alle zusammen werden dieser Unterdrückung, diesem Unrecht ein Ende machen. Das war ihr Gedanke. Das war ihr Plan. Doch er scheiterte schon im Ansatz. An der menschlichen Begrenzung, am Egoismus, an der Ignoranz gegenüber Gottes Plan.

 

Jesus hört ihren Streit, er erlebt ihr Kompetenzgerangel. Es ist Zeit, Klartext zu sprechen. Er weist sie wieder einmal darauf hin, worauf es im Reich Gottes ankommt. Es geht nicht um Größe und Stärke. Ganz im Gegenteil: im Reich Gottes geht es um Hingabe und Liebe. Es geht nicht um große Pläne und Versprechen, sondern um Klarheit und Frieden. Und so schließt Jesus seine Ermahnung mit folgenden Worten ab: "Habt Salz in euch und haltet Frieden untereinander!" Markus 9,50

Salz diente damals wie heute als wichtiges Gewürz, aber auch als konservierendes und desinfizierendes Mittel. Wohl und gezielt dosiert und angewandt ist es sehr wertvoll und unverzichtbar in der Küche wie in der Medizin. Aber überaus beißend und verletzend, wenn es unkontrolliert und in Mengen verabreicht wird. Mit einer Überdosis Salz kann man einen Menschen töten …

Salz ist in der Bibel ein oft gebrauchtes Bild für die Wahrheit und Wirksamkeit des Wortes Gottes. Man kann Gespräche würzen oder schmackhaft machen, in manchen Fällen auch heilen. Aber mit einem falschen Einsatz der Wahrheit kann man – wie mit zu viel Salz – auch großen Schaden anrichten.

Jesus fordert die Jünger heraus: Seid nicht fade, seid klar in eurer Meinung. Seid klar in eurer Nachfolge. Seid klar in dem, was ihr glaubt und tut. Klarheit und Wahrheit in der Nachfolge ist wichtig. Doch viel wichtiger als alles ist es, Frieden untereinander zu halten. In Liebe miteinander umzugehen. Sich in Liebe auch mal mit gegensätzlichen Meinungen auszuhalten.

Salz kann auch einmal zu viel sein. Echter Frieden nie!

Deshalb soll unser Leben von einer Prise Salz und einem Topf voll Frieden bestimmt sein.

Käthe Müller, Pastorin

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