Gedanken im November 2016

Mit dem November ist die dunkle, kalte Jahreszeit angebrochen. Doch nicht nur äußerlich ist es grau.

Wir leben momentan in einer Zeit, in der sich Festes und Stabiles aufzulösen scheint. Wir hören von den unfassbaren Angriffen auf Syrien und immer neuen Anschlägen. Die Nachrichten von Katastrophen, seien es die Umweltkatastrophen auf Haiti oder die Erdbeben in Italien, erschüttern uns.

Die Welt wackelt.

 

Auch hier in Deutschland werden Grundwerte erschüttert. Mit fremdenfeindlichen, rassistischen, antisemitschen Worten wird Stimmung und Politik gemacht.

Auf der anderen Seite des Atlantiks tobt ein Wahlkampf, der kaum eine Regel des Anstandes und der politischen Vernunft respektiert. Festes und Stabiles ist kaum mehr zu finden. Kälte und Dunkelheit scheinen übermächtig zu werden.

Doch das gibt es auch:
Menschen, die Wärme und Licht in diese Welt bringen. Menschen, die den Auftrag Gottes, Salz und Licht in dieser Welt zu sein, ernst nehmen und umsetzen. Menschen, die Gottes Menschenfreundlichkeit und seine Liebe widerspiegeln. Das sind die Menschen, die sich an Gottes Versprechen klammern. So wie wir es in dem Monatsvers im November lesen können:

Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. 2. Petrus 1,19

Das prophetische Wort richtet sich nicht nur in die Zukunft. Das prophetische Wort ist in erster Linie das, was Gott uns in unsere gegenwärtige Situation hineinspricht. Das Wort von der großen, befreienden und unbedingten Menschenfreundlichkeit Gottes, das als Licht an einem dunklen Ort scheinen wird.

Es ist die Erinnerung daran, dass Jesus als Licht und Rettung in diese Welt gekommen ist. Es ist die Erinnerung daran, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, um uns von unserer Dunkelheit zu erlösen und als der lebendige Gott uns hält und führt. Es ist die Erinnerung daran, dass wir den Menschen mit der Liebe Gottes begegnen.

Auch daran dürfen wir in diesem November denken.

Mit dem ersten Advent wird es wieder deutlich: auch wenn die Welt wackelt, auch wenn wir bis ins Mark erschüttert sind, über all das, was um uns herum passiert.

Gott lässt uns nicht im Stich. Er kommt, die Welt zu retten.

In Jesus wurde diese Liebe Gottes sichtbar. In uns darf diese Liebe Gottes weitergetragen werden. Und im Vertrauen auf seine Zusagen dürfen wir wissen, Gott wird eines Tages Gerechtigkeit und Frieden schaffen.

Ich wünsche uns allen, den Frieden Gottes, der unsere Herzen bewahrt und Licht ins Dunkel dieser Welt bringt.

Käthe Müller, Pastorin