Gedanken im Dezember 2016

Überfluss

In diesen Dezembertagen lässt sich sehen, in welchem Überfluss wir in Deutschland immer noch leben. Auch wenn überall gespart wird und viele Menschen den Euro mehrmals umdrehen müssen, sind die Geschäfte voller Menschen, die LED - Fernseher, Markenkleidung und französischen Cognac nach Hause schleppen. Bei allen wirtschaftlichen Problemen lassen wir es uns noch ganz gut gehen.

 

Die altkirchliche Fastenzeit Advent wird alles andere als kärglich gestaltet, sondern ist mit Lebkuchen und Gebäck eher die „Warmlaufphase“ vor der weihnachtlichen Schlemmerei. Statt adventlicher Ruhe beschäftigt uns die Jagd nach den schönsten Weihnachtsgeschenken. Überfluss, wohin wir schauen.

Einen Überfluss anderer Art beschreibt Jesaja im Vers für den Dezember:

Ihr werdet Wasser schöpfen voll Freude aus den Brunnen des Heils. Jesaja 12,3

Das Heil, das Gott uns anbietet, stammt aus einer Quelle, die nicht versiegt. Seine Gnade ist an jedem Morgen neu und macht jeden heil, der die Begegnung mit Gott sucht. Ob wir dann materiell reich oder arm sind, ob viel oder wenig unter dem Christbaum liegt, ist dann nicht mehr die entscheidende Frage.

Im Gegenteil, es sind ja nicht Essen und Trinken und Hab und Gut, die unser Herz wirklich befriedigen können. Freude entsteht nicht durch das, was wir haben, sondern durch das, was Gott für jeden von uns sein will. Als notwendigen Halt in der Zeit des großen Überflusses dürfen wir an den Festtagen die wirklich befriedigende Erfahrung zu machen, dass unser Durst gestillt wird in der Begegnung mit Jesus, der Weihnachten für uns Mensch wurde.

Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit wünscht

Christoph Müller