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Gedanken im Mai 2018

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. Die Bibel, Hebräer 11,1
Viele Menschen sagen: „Ich würde gerne glauben, aber wie soll ich einem unsichtbaren Gott glauben und ihm vertrauen?“

Vielleicht hilft die folgende Geschichte weiter: Vor vielen Jahren machte in Amerika eine große Sensation Schlagzeilen. Ein Mann ließ ein Seil quer über die Niagarafälle spannen. Er balancierte auf dem Seil und arbeitete sich Schritt für Schritt vorwärts bis zur anderen Seite - ohne jegliche Unsicherheit. Zur großen Freude der vielen Zuschauer vollführte er in der Mitte des Seils verschiedene Kunststücke. Das Publikum war hell begeistert. Man traute diesem Mann alles zu! Doch was war das? Nun nahm er eine Schubkarre und schob sie ohne Mühe über das Seil von einem Ende zum Andern. Dann fragte der Mann in die Runde: „Was glaubt ihr – kann ich in dieser Schubkarre einen Menschen sicher auf die andere Seite transportieren?“ Die Menge tobte. „Klar schaffst du das“ riefen die einen. „Ja, das glauben wir“, riefen die anderen. „Also gut“, sagte der Artist, „wer das wirklich glaubt, der soll mir sein Vertrauen beweisen und in die Schubkarre einsteigen!“ Alle schwiegen. Keiner stieg ein.

Wenn wir bei Jesus einsteigen, wenn wir uns ihm anvertrauen, dann bringt er uns zuverlässig auf die andere Seite. Dann finden wir Gott, wir erfahrenden Sinn und Halt. Unser Begleiter auf die andere Seite des Flusses heißt Jesus Christus. Der Weg auf die andere Seite des Flusses ist Jesus Christus. Er hat von sich gesagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich (Johannes 14,6). Vertrauen heißt, sich auf eine Beziehung einlassen. Wenn ich an jemanden glaube, vertraue ich ihm. Glaube ist Liebe, die vertraut. Und solche Liebe ist nicht einfach machbar, sie ist ein Geschenk. Wir können den Glauben nicht „machen“. Glauben lernt man nicht wie Klavierspielen oder das Einmaleins. Wir können den Glauben nicht aus uns selbst hervorbringen, wir bekommen ihn nicht vererbt, wir finden ihn nicht beim Nachdenken oder durch eigene Anstrengung. Die Fähigkeit, an Gott zu glauben, liegt außerhalb unserer menschlichen Möglichkeiten. Es ist das Wirken Gottes, wenn ein Mensch zum Glauben findet und sich im Vertrauen an Jesus hält. Es ist eine Frucht des Heiligen Geistes, ein Geschenk aus Gottes Hand. Und doch ist der Mensch zur Entscheidung herausgefordert. Er kann bei Jesus einsteigen, um beim Bild vom Artisten zu bleiben, oder er kann die Liebe verweigern und draußen bleiben. Schon viele sind bei Jesus eingestiegen. Sie vertrauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens (Hebräer 12,2).

Käthe Müller, Pastorin

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